Im letzten Teil haben wir die Grundlage für ein Theatermodell gelegt mit dem Ziel, die Informationsstruktur eines japanischen Satzes zu erklären. Nun nähern wir uns langsam aber sicher dem Finale dieser Artikel-Serie. Dafür müssen wir noch ein Element einführen, das uns bisher noch fehlte: den Kontrast.
Im ersten Teil dieser Serie befassten wir uns ausgiebig mit Thema und Kommentar. Im zweiten Teil nahmen wir das Subjekt unter die Lupe und betrachteten dabei die verschiedenen semantischen Rollen, die es einnehmen kann. Am Ende des zweiten Teils stand die Erkenntnis, dass die Bezeichnung „Subjekt“ für den が-Fall im Wesentlichen eine pragmatische Definition ist, weil das mit が geschmückte Nomen sehr viele Eigenschaften von dem hat, was in vielen Sprachen als Subjekt bezeichnet wird.
Um die verschiedenen Begriffe anschaulich zu halten, verglichen wir sie mit Elementen des Theaters. In diesem Teil nehmen wir diese Elemente auf, um daraus ein Modell zu entwickeln, mit dem wir dann die Wahl von は oder が intuitiver erklären können.
In dem Artikel Das は-が-Dilemma haben wir das Konzept von Thema und Kommentar kennen gelernt und uns ausgiebig mit der Frage beschäftigt, warum es oft so wirkt, als würde は das Subjekt markieren. Nachdem wir jetzt hoffentlich eine recht gute Vorstellung davon haben, was das Thema ist, werden wir uns diesmal intensiver mit dem Subjekt beschäftigen.
Auch hier die Warnung: Es wird wieder sehr Theorie-lastig mit vielen neue Fachbegriffen. Deshalb möchte ich einen von mir geschätzten YouTuber zitieren: "Schnappt euch ein Heißgetränk, und ab geht die wilde Reise..."
Auf der Liste der schwierigsten Dinge für einen Anfänger ist der Unterschied zwischen は und が sicher ganz oben. Beide Partikeln scheinen irgendwie das Subjekt zu markieren, aber dann doch wieder nicht. Dann heißt es, は markiert das Thema, が das Subjekt, wobei Thema und Subjekt im Deutschen auch wieder Synonyme sein können. Machmal scheint は etwas zu betonen, manchmal ist es が.
In diesem Artikel möchte ich versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und zu erklären, warum das ganze für uns Deutsche Muttersprachler so kompliziert ist.
Nachdem wir uns mit ほど für negative Vergleiche ("nicht so sehr ... wie") beschäftigt haben, wenden wir uns jetzt den positiven Vergleichen zu. An dieser Stelle kommt auch ほどs "Brüderchen" くらい mit ins Spiel. Wir werden außerdem ausführlich auf den zentralen Unterschied zwischen ほど und くらい eingehen.